Umzug mit Aquarium (bs) - Lang ists her und doch fühlt es sich irgendwie an, als wenn es erst gestern gewesen wäre...

Wir hatten ein Haus gekauft! Wir freuten uns wie die Großen. Schon bei der ersten Besichtigung sagte meine Frau gleich: "Wie praktisch der kleine Raum neben dem Büro." Somit war denn auch gleich klar, wo denn der Platz für das Aquarium sein würde und dass es einen Technikraum dafür geben würde. Nun war es noch etwas hin, bis wir die Schlüssel für die neuen Räume bekommen und aus unseren (gemieteten) Büroräumen ausziehen würden. Genauer gesagt waren es noch einige Monate. Natürlich stand in unserem alten Büro auch ein Aquarium. Alles andere würde ja keinen Sinn ergeben.

Dieses Aquarium war 150x50x50cm groß und war ursprünglich mal als Frischwasserbecken angeschafft worden. Unter anderem wurden darin Malawisee Barsche gezüchtet wurden. Irgendwann haben wir dieses Becken für unsere ersten Schritte im Meerwasserbereich umgestaltet. Die Technik war einfach gehalten. Das System hatte auch kein Technikbecken. Der Gedanke war uns am Anfang irgendwie unheimlich, einen Teil der Technik außerhalb des Beckens zu betreiben, geschweige denn absichtlich ein Loch in das Glas zu bohren. Seltsamerweise war für uns der Kanisterfilter am Frischwasserbecken kein Problem gewesen.
So lief also ein Comline DOC Skimmer der Firma Tunze in unserm kleinen Stück Riff. Er war mit Magneten an der Scheibe befestigt und erinnerte uns an die alten Innenfilter, die in diesen Aquariensets verkauft werden. Für die Strömung haben wir uns ein Tunze Stream Pack zugelegt. Bei der ersten Inbetriebnahme stellte sich heraus, dass da wohl die Augen größer waren als der Mund. Das Paket bestand aus zwei steuerbaren Tunze 6100 Streams mit je 4000-12000 l/h für ein 375Liter Becken völlig überdimensioniert! So wurde eben nur einer der Streams im Becken betrieben. Natürlich war auch ein Heizer im Becken, der jedoch eher Nachts zum Zuge kam, da mit einer Giesemann Lampe mit 2mal HQI und 4mal T5 beleuchtet wurde. Das einzige weitere Teil an Technik, an das ich mich noch erinnere, war ein kleiner Tunze Nano Cleaner gegen die Kahmhaut.

Als wir den Umbau des Hauses und den Ablauf des Umzuges fertigdurchgeplant hatten, machten wir uns Gedanken um unser Riffbecken.

Das neue Becken sollte auf jeden Fall größer werden und ein Technikbecken haben. Als Rahmen hatte wir uns grob ein Volumen von 1000Liter + x vorgestellt. Das Becken sollte in der Wand zum Büro stehen. Wie eingangs beschrieben sollte der dahinter liegende Raum zum Technikraum umgestaltet werden. Da wir vor dem Umzug nur die Grundrisse der Geschosse kannten, musste erst einmal geprüft werden, ob das auch alles so möglich ist. Nach der Schlüsselübergabe stellte sich heraus, dass wir genau an der gewünschten Stelle eine gemauerte Wand hatten, die das Gewicht auch locker tragen konnte. Unter dem Technikraum befand sich auch kein Keller, sondern ein stabiles Fundament. So weit so gut. An der Gewünschten Stelle war dann Platz für ein 2 Meter Becken. Das reichte uns.

Nachdem also die Rahmenbedingungen geklärt waren, konnten wir endlich unsere Bestellung loswerden. Es war Anfang November und wie sich herausstellte, war der Zeitpunkt denkbar ungünstig dafür ein Aquarium zu bestellen. Das Weihnachtsgeschäft war in vollem Gange und die Bestellung einer Maßanfertigung ging  mit einer Vorlaufzeit von ca. 6 Monaten einher. Nach zahllosen Telefonaten tat sich dann doch noch eine Möglichkeit auf. Es fand sich eine Firma, die uns noch im Dezember ein 200x80x80cm Becken liefern konnte. Dazu kam ein Technikbecken von 130x60x60cm. Wir schlugen sofort zu. Die Firma klebte uns auch noch einen Überlaufschacht ein und machte die drei gewünschten Bohrungen. Auch eine Förderpumpe und die Verrohrung bekamen wir von dem Beckenbauer mit geliefert.

Jetzt konnten wir mit dem Unterbau anfangen. Wir waren uns einig, dass das Becken etwas höher als Gewöhnlich stehen sollte. Vom Büro aus stand das Aquarium ja bündig in der Wand. Davor sollte ein Büroschrank stehen können. Nach reiflichen Überlegungen wurde der Unterbau schließlich gemauert. Also Die Aussenseiten. Die eine Wand stand ja schon. Darauf kamen Stahlrohre , so das über die volle Breite keine Stützen notwendig waren. Darauf legten wir eine Siebdruckplatte. Alles war 100prozent eben und genau in der Wage. Um das Glas zu schützen kam als Abschluss noch eine Mosgummimatte darauf. Das Warten begann!

Am Tag der Anlieferung waren wir ganz schön aufgeregt. Zum Glück war wegen der laufenden Bauarbeiten auf jeden Fall jemand vor Ort, um die Lieferung anzunehmen. Letztendlich war die Anlieferung selbst auch völlig unspannend. Der weitaus schwierigere Teil war es, das Glasbecken auf den Unterbau zu bekommen. Bis direkt davor war alles noch recht simpel. Doch, da das Becken eben in der Wand stehen sollte, konnten gefühlt gar nicht so viele Helfer an dem Becken anpacken, wie wir gerne gehabt hätten. So ein Glaskasten in der Größe ist schon brutal schwer! Wir waren ganz schön froh, als endlich alles dort stand, wo es hin sollte. Mit der Verrohrung begannen wir dann auch lieber erst am nächsten Tag.

Wie das mit der Verrohrung funktionieren sollte haben wir uns denn aus dem erschlossen, was wir geliefert bekommen haben. Dabei war ich einigermaßen erstaunt, dass für ein System mit ca. 1500 Liter Meerwasser eine 3500l/h Pumpe reichen sollte. Wieviel kommt da wohl auf einer Höhe von 1,80m an? Naja, der Aquariumbauer wird sich dabei schon was gedacht haben und es war ja schließlich unser erstes Technikbecken. Dann fehlten auch noch ein Paar Teile für die Verrohrung. Das musste jetzt schnell nachbestellt werden.

In der Zwischenzeit konnten wir schon einmal anfangen das Becken zu befüllen. Die Wasseranschlüsse im Technikraum waren noch nicht da. Somit hieß es Eimer schleppen. Ich glaube wir haben uns etwas verschätzt, wie lange es dauert bis eine Umkehrosmoseanlage 1000 Liter gefiltertes Wasser produziert hat. Auch die Zeit für das Aufheizen war nicht zu unterschätzen. So lief das Aquarium also erst einmal ohne das Technikbecken an. Dank des zweiten Streams, der ja nicht in Betrieb war (siehe oben) , konnten wir das Wasser auch ordentlich umwälzen und auch schon aufsalzen. Die Lieferung der restlichen, benötigten Rohre ließ nicht lange auf sich warten. Und so war das Becken man gerade so voll und aufgeheizt, als wir auch schon die Verrohrung fertigstellen konnten.

Was blieb war der eigentliche Umzug. Ende Januar musste das alte Aquarium seinen Platz geräumt haben und der Monat hatte schon begonnen. Das neue Becken kam gerade ans Laufen. Neuer Bodengrund von CoralSea und eine Atoll Riffsäule waren schon drin. Als Vorbereitung des Umzugs tauschten wir fleißig Wasser zwischen dem alten und dem neuen Aquarium, um die Werte so weit wie möglich anzugleichen. Damit sollte den Fischen die Eingewöhnung möglichst leicht gemacht werden. Kurz vor der Schlüsselabgabe des alten Büros zog der Inhalt des alten Beckens in sein neues Zuhause um. Die Fische lebten richtig auf in der neuen Umgebung. Alles lief wie am Schnürchen und ohne Verluste ab.

Wir waren happy!

Mit einer einzigen Ausnahme wurde die gesammte Technik übernommen. Unsere Startausstattung bestand damit aus:

  • Aquarium: 200x80x80
  • Technikbecken: 130x60x60
  • Abschäumer: Tunze Comline Skimmer 9011
  • Ströhmung: Tunze Turbelle Stream Kit TS24 bestehend aus 2 Tunze 6100 Streams und einem Multicontroller
  • Beleuchtung: Giesemean T5+HQI (wir haben nur die 250W HQI wieder gegen 400W HQIs getauscht.)
  • Förderpumpe: Aqua Medic Ocean Runner 3500

Was waren wir stolz!!!

 

Und die Moral von der Geschicht:

  • Hinterher ist man immer schlauer.
  • Es läuft nie alles wie geplant.
  • Eine 150cm breite Lampe reicht nicht für ein 2m Becken. Das ist ganz schön dunkel am Rand.
  • Ein Comline Skimmer ist für so ein Becken nicht wirklich geeignet.
  • Mit der OR3500 kommt auf 1,80m nicht mehr viel an.
  • 80cm ist echt hoch, wenn man was vom Boden des Beckens aufheben will.
  • Ein Ablaufschacht in der Mitte des Beckens ist nicht das gelbe vom Ei.
  • Ein 2m Becken ist echt cool!!!